Lieferantenmanagement in Zahlen
Der Kunde
Japanischer Tier-1-Zulieferer mit europäischem Standort in der Automobilindustrie
Bei dem Kunden handelt es sich um ein international tätiges Unternehmen der Automobilzulieferindustrie mit Produktionsstandorten in Europa. Als Tier-1-Zulieferer beliefert das Unternehmen direkt einen führenden deutschen Automobilhersteller mit glasfaserverstärkten Kunststoff-Strukturbauteilen für den Fahrzeugrohbau.
Zum Zeitpunkt des Projektstarts befand sich der Zulieferer in einer kritischen Eskalationssituation: Die gelieferten Bauteile wiesen eine PPM-Rate von 1.522 auf – weit über dem vom OEM akzeptierten Niveau. Gleichzeitig war der Sicherheitsbestand beim Automobilhersteller nicht erreicht, was die Versorgungssicherheit gefährdete. Fehlende Kommunikationsstrukturen und unzureichende Kontrollmechanismen zwischen OEM und Lieferant verschlimmerten die Situation zusätzlich.
Zusätzlich fehlte ein funktionsfähiges KPI-Dashboard zur Visualisierung von Versorgungs- und Qualitätskennzahlen sowie ein strukturierter Feedback- und Kontrollprozess auf Shopfloor-Ebene, der das Qualitätsverständnis der Mitarbeitenden nachhaltig hätte stärken können.
Das Projekt
Vor-Ort-Lieferantenmanagement zur Qualitäts- und Versorgungsstabilisierung
Ziel war es, die Bauteilqualität nachhaltig zu steigern, die Teileversorgung zu stabilisieren und die Eskalation gegenüber dem OEM aufzulösen. KBC übernahm dafür die Vor-Ort-Betreuung direkt im Zuliefererwerk und leitete das Projektmanagement für die gesamte Schnittstellenkommunikation zwischen OEM und Lieferant.
Unser Team konzipierte und implementierte einen Quarantäneprozess inklusive eines digitalen Reporting-Tools sowie eines Abfragetools für den Quarantänestatus der Bauteile. Parallel dazu entwickelten wir ein Slip-Through-Feedback-System, das Qualitätsmängel frühzeitig sichtbar machte und gezieltes Feedback auf Shopfloor-Ebene ermöglichte. Ein übergreifendes KPI-Dashboard zur Visualisierung von Versorgungs- und Qualitätskennzahlen wurde finalisiert und im laufenden Betrieb etabliert.
KBC übernahm nicht nur die inhaltliche Konzeption, sondern sicherte auch die operative Umsetzung und Überprüfung vereinbarter Maßnahmen vor Ort – und schuf damit die Grundlage für eine nachhaltige De-Eskalation.
Das Ergebnis
De-Eskalation durch messbare Qualitäts- und Versorgungsverbesserung
Am Ende der Vor-Ort-Lieferantenbetreuung durch KBC stand eine vollständige De-Eskalation: Die PPM-Rate der zurückgewiesenen Bauteile wurde von 1.522 auf 721 PPM reduziert – eine Verbesserung um 54 Prozent. Der vom OEM geforderte Sicherheitsbestand wurde zu 100 Prozent erreicht und damit die Versorgungssicherheit nachhaltig wiederhergestellt.
Durch die Einführung des Quarantäneprozesses und des übergreifenden KPI-Dashboards wurde Transparenz über Qualitäts- und Versorgungskennzahlen geschaffen, die zuvor nicht existierte. Versorgungsrisiken konnten durch eine verbesserte Überwachung frühzeitig erkannt und reduziert werden.
Das Slip-Through-Feedback-System stärkte das Qualitätsverständnis der Mitarbeitenden auf Shopfloor-Ebene nachhaltig – und legte damit den Grundstein für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung auch nach Projektabschluss.

















