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Praxisbeispiel

Schaffung von Transparenz in den qualitätsbezogenen Kosten (Total Cost of Quality)

Was kostet Qualität eigentlich? Diese Frage wird in Theorie und Praxis schon lange diskutiert. Aussagen wie „Wir haben bereits ein gutes Qualitätsniveau erreicht, weitere Optimierung verursachen nur noch höhere Kosten“ hören wir regelmäßig aus der Management-Ebene von Unternehmen. Der Erfolgsfaktor steckt in der richtigen Auswahl der Kostenpositionen, welche wiederrum den Erfolg einer systematischen Steuerung und nachhaltigen Reduzierung der qualitätsbezogenen Kosten determiniert. Viele dieser Kostenpositionen sind in den Unternehmen heute nicht transparent. Dies kann signifikante Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV) haben und zu Kundenunzufriedenheit sowie Wettbewerbsnachteilen führen. Alle relevanten qualitätsbezogenen Kostenpositionen im Unternehmen sollten daher transparent erfasst und regelmäßig analysiert werden. Genau das war die Herausforderung im Rahmen eines Beratungsprojektes bei einem Hersteller in der medizintechnischen und pharmazeutischen Industrie.

Hintergrund

  • Steigende Kundenanforderungen und Qualitätsansprüche in den Märkten
  • Erhebliche Steigerung der Kosten für Non-Konformitäten (Reklamationskosten, Kulanzkosten) aufgrund von schlechter Produktqualität
  • Vermutete Überlast an Prüfkosten („Qualität in das Produkt reinprüfen“)
  • Unzureichende Transparenz und fehlende Methodik zur Erfassung der Konformitätskosten (alle Kosten für präventive Qualitätsmaßnahmen, z.B. Designänderungen im fortgeschrittenen Stadium von Entwicklungsprojekten)
  • Fehlendes Wissen über die Stellhebel und Maßnahmen zur Reduzierung der Konformitätskosten und Non-Konformitätskosten

Konkrete Aufgabenstellung

  • Analyse und Schaffung von Transparenz über die gesamten qualitätsbezogenen Kosten in den wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Prozessen
  • Identifikation der wesentlichen Kostentreiber auf der Konformitäts- und Non-Konformitätskostenseite
  • Ausarbeitung von Handlungsbedarfen in Bezug auf die qualitätsbezogenen Kosten im Rahmen von fehlerverursachenden Prozessen
  • Mittels Business Cases bewertete und vereinbarte Prozessverbesserungsmaßnahmen zur Reduzierung der Total Cost of Quality

KBC-Lösungsansatz

Mit der Analyse der qualitätsbezogenen Kosten wurde im ersten Schritt gemeinsam mit den Verantwortlichen aus den wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Bereichen Transparenz über die Anzahl der verfügbaren Kapazitäten geschaffen. Mittels Tätigkeits- und Aufgabenbeschreibungen erfolgte im zweiten Schritt die Ausarbeitung, welche Kapazitätsanteile qualitätsbezogen sind und welche nicht (die Analyse erfolgt auf Basis der Konformitäts- und Non-Konformitäts-Logik). Im dritten Schritt wurden die Sachkostenbestandteile hinsichtlich ihres Qualitätsanteiles analysiert. Hierzu gehören Kosten aus Sachmängelhaftung, Garantien und Kulanzen sowie Kosten zur Befähigung von Lieferanten, externen Labor- und Prüfkosten sowie Projektkosten im Rahmen der laufenden Qualitätsoptimierung Im letzten Schritt wurden dann die analysierten Kosten und deren Kostentreiber auf der Konformitäts- und Non-Konformitätsseite in sogenannten Mekko-Diagrammen1 dargestellt. Mekko-Diagramme haben den Vorteil, dass sie auf einen Blick eine Übersicht bieten, wie mehrere Dimensionen (hier: die einzelnen Kostenpositionen auf Konformitäts- und Non-Konformitätsseite) in absoluter und relativer Höhe zusammenhängen.

Mit Hilfe der analysierten Kosten wurde die Basis für eine valide Bewertung der Nutzeneffekte für inhaltlich definierte Qualitätsoptimierungsmaßnahmen geschaffen. Hiermit kann im Anschluss das Gesamtpotenzial der GuV-Verbesserungen ermitteln werden. Darüber hinaus hat der Kunden eine nachhaltige Methode zur systematischen Analyse und Steuerung seiner qualitätsbezogenen Kosten erhalten, welche im laufenden Unternehmensbetrieb im Rahmen von Standardberichten etabliert werden kann.

Ein Mekko-Diagramm ist ein zweidimensionales, gestapeltes Säulendiagramm. Neben den unterschiedlichen Segmenthöhen eines gewöhnlichen gestapelten Diagramms weist ein Mekko-Diagramm auch variable Säulenbreiten auf (Quelle: https://www.think-cell.com/de/support/manual/mekko.shtml)

Männliche Person, braune kurze Haare, dunkelblaue Augen mit Brille, lächelnd, trägt ein weißes Hemd und einen dunkelblauen Anzug, stehend mit beiden Händen in den Hosentaschen
Männliche Person, braune kurze Haare, dunkelblaue Augen mit Brille, lächelnd, trägt ein weißes Hemd und einen dunkelblauen Anzug, stehend mit beiden Händen in den Hosentaschen
Tobias Budde
Partner

Erzielte Wirkung

Dank der Erfahrung und dem Wissen aus zahlreichen Qualitätsoptimierungs-projekten in unterschiedlichen Branchen, können wir gemeinsam mit unseren Kunden die Summe aller qualitätsbezogenen Kosten über seine gesamte Wertschöpfungskette erfassen. Daraufhin können die richtigen Stellhebel und Maßnahmen identifiziert, abgeleitet und betriebswirtschaftlich bewertet werden.

Der Vorteil für unsere Kunden: Die qualitätsbezogenen Kosten sind nach den individuellen Unternehmensanforderungen ermittelt und analysiert (keine Lösung von der „Stange“) und – sofern möglich – mit Wettbewerbern und anderen Branchen vergleichbaren Branchen verglichen.