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Engpassmanagement aufgrund von Krisensituationen

Wenn die Versorgung durch Lieferengpässe gefährdet wird

Produzierende Unternehmen sind kontinuierlich unbeeinflussbaren Risiken ausgesetzt, die sich auf die eigene Versorgungssituation auswirken können. Hierunter fallen unter anderem globale Handelsbeziehungen und damit komplexe, eng getaktete Lieferketten oder politisch induzierte Herausforderungen, wie Krisen und Kriege, Blockaden wichtiger Transportwege oder Umschlagspunkte sowie Grenzkontrollen und Zolleinführungen. Wird ein solches Risiko zu einem tatsächlichen Problem drohen Versorgungsabrisse, Produktionsunterbrechungen oder ein hoher Wettbewerbsdruck durch Ressourcenknappheit. Darüber hinaus können hohe Bestands- und Lagerkosten zur Abdeckung einer volatilen Liefersituation notwendig werden und steigende Kundenunzufriedenheit durch mangelhafte Liefertreue hervorgerufen werden. Häufig ist auch eine erhöhte Mitarbeiterunzufriedenheit aufgrund von dauerhaftem Arbeiten im Reaktiv-Modus (Task Force) die Folge.

Um diesen Konsequenzen im Falle eines Engpasses entgegenzuwirken, ist ein schnelles und effizientes Managen der Situation und die Bewältigung der damit einhergehenden Herausforderungen nötig.

Herausforderungen im Engpassmanagement

  • Im Falle eines Engpassmanagements ist die schnelle Schaffung von Transparenz über die Versorgung der Produktion ausschlaggebend.
  • Die für den Regelfall ausgelegten Systeme (ERP) bei den Unternehmen können die tatsächliche Versorgungssituation meist nicht abbilden.
  • Eine verlässliche und aktuelle Datenbasis ist daher der Erfolgsfaktor für eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf die täglich neuen Engpässe.
  • Lieferanten haben in der Regel keine Information über die Kritikalität der Bedarfe Ihrer Kunden und stehen im Interessenkonflikt zwischen mehreren Bestellern.

Realisierung schneller und wirksamer Ergebnisse im Falle eines Engpasses durch den Aufbau und Betrieb eines Versorgungscockpits

Die folgenden Schritte sind zur Umsetzung eines Versorgungscockpits (Dashboard) notwendig:

  1. Definition Zielsetzung und Ableitung Datenbedarf
    Vor der eigentlichen Datenbeschaffung muss definiert werden, welche Ziele verfolgt werden. Hier stellen sich u.a. folgende Fragen: Welche Aggregationen sind notwendig (Sachnummern- vs. Endproduktebene)? Welche Wertschöpfungskettentiefe soll abgebildet werden? Welche Zeitscheiben sollen abgebildet werden (Kalenderwochen, Tage, …)?
  2. Beschaffung verwertbarer Daten
    Im nächsten Schritt wird Transparenz über die verfügbaren und zusätzlich benötigten Daten und Systeme geschaffen. Die Daten werden einer Validierung unterzogen und fehlende oder unplausible Daten werden eruiert.
  3. Datenaufbereitung und Modellierung
    Es folgt die Datenanbindung aus heterogenen Quellen und das Einführen von potenziell notwendigen Aggregationsebenen wie Zeitscheiben und Produktebene.
  4. Dashboard und Metrikgestaltung
    Für den Aufbau und Betrieb eines Versorgungscockpits zur effizienten Steuerung (Programm-, Lieferplan, …) werden die Daten z.B. über Filterung nach adressatengerechten Kriterien (Märkte, Zeitscheibe, …) aufbereitet.
  5. Ausleitung Bericht und Ableitung Maßnahmen
    Das geschaffene Dashboard wird für das Reporting zur Schaffung von Transparenz über die Versorgungssituation auf allen Hierarchieebenen genutzt und berichtet. Im Detail wird hierzu auch eine Gegenüberstellung von Bedarfen und Lieferkapazitäten und –mengen durchgeführt und Bauteile unter Einbindung des Lieferanten priorisiert.
  6. Operationalisierung
    Um die Abläufe und Verantwortlichkeiten während der Engpasssituation zu definieren, empfiehlt sich dich Visualisierung über ein Prozessschaubild. Dabei können Arbeitsanweisungen, Standards, Templates etc. helfen.

Erfolgsfaktoren

Neben dem Aufbau eines Versorgungscockpits ist die Durchgängigkeit des Berichtswesen in die Hierarchie sowie die Unterstützung vor Ort beim Lieferanten ausschlaggebend. Nur so können wirksame und realisierbare Maßnahmen schnellstmöglich aus einer gesamthaften Betrachtung der Situation abgeleitet werden. Im Krisenfall zählt die Kooperation und enge Abstimmung zwischen Kunde und Lieferant.

Larissa Fahrmeier
Director

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